Geschichte des CFTR

Einleitung

Die Geburt des Vereins war keine spaßige Sache. Der Grund war, weil er von der Trennung von einem anderen Verein stammt, der heutzutage noch aktiv ist.

Glücklicherweise haben sich die Verhältnisse zwischen den beiden Clubs in den letzten Jahren verbessert.

Die Anfänge

Ursprünglich wurde der CFTR von 31 Mitgliedern gegründet, 4 aktive, 16 Unterstützer, 1 Ehrenmitglied und 5 korrespondierende Mitglieder. Alle arbeiten ehrenamtlich und haben eine erste Erfahrung auf andere touristischen Eisenbahnklubs.

Nach der Spaltung, mußte so schnell wie möglich eine Eisenbahnstrecke gefunden werden, zum Beispiel von einer Industrie, die keine Eisenbahn mehr betrieb und bereit war, ein paar Meter Gleise zur Verfügung zu stellen. Mit etwas Glück fanden die Gründer eine Firma in Cernay, ein kleines Dorf auf der Eisenbahnlinie Mühlhausen-Thann-Kruth, die ein Teil ihres Grundstückes für die Übergangszeit gerne verleihen wollte. Somit hatten die Mitglieder etwas Platz für die Lokomotiven und Wagons, die Sie bei ihrem ehemaligen Club wiedergewinnen wollten, bevor eine Strecke gefunden wäre.

Während andere Mitglieder neues Material suchten, fanden der Präsident und unser Sekretär eine Strecke, die (das war ein echtes Glück) nicht von der SNCF (den französischen Staatsbahnen) betrieben war. Es handelte (und handelt sich immer noch) um eine Strecke von der IHK Colmar, die Produkte aus den Schwerindustrien entlang dem Rhein förderte.

Die IHK, die Häfen von Colmar und Straßburg und die technischen Dienste wurden kontaktiert, und (im Gegensatz zu der SNCF, die es immer zu verhindern versucht, daß nicht-SNCF Zügen in Frankreich betrieben werden) wurde vereinbart, daß die Nutzung der Strecke kostenlos erfolgt.

Die Gründung des CFTR (und vor allem vom Depot) war jetzt möglich. Der zukünftige Präsident gründete den Verein und gab ihm gegenüber der Behörden eine Existenz. Der Sekretär verfaßte mit der größten Sorgfalt die Texte, die den Betrieb des Vereins regelte, um die Probleme der Vergangenheit zu vermeiden.

Die Gründung des Vereins

Das offizielle Datum der Gründung ist der 04. Juli 1982. Status ist ein Verein ohne lukratives Ziel (1907-Gesetz). Die erste offizielle Fahrt findet am 9. Juli 1983, d.h ungefähr ein Jahr nach der Gründung. Hier sollte man sich ein kurzes Bild von der Arbeit machen, die in dieser kurzen Zeit geleistet wurde: Maschinen wurden gefunden, Gleise wurden abgelegt, eine Halle gebaut, und dies nur am Wochenend und von freiwilligen! Aber nur hier fängt die Arbeit an, denn die gefundenen Maschinen müssen noch hergebracht werden und dies wird nicht ohne Schwierigkeit passieren. Das Problem ist, daß viele Maschinen über die Straße gefördert werden sollen, da die französischen Staatsbahnen immer Schwierigkeiten machten.

Kurze  Chronologie :

Ende 1981:

Vorhaben einer neuen Touristenbahn im Elsaß.

6. April 1982:

Spezialabkommen mit einer privaten Firma, um über einen Abstellgleis in Cernay zu verfügen.

18. April 1982:

Abkommen mit der Handelskammer Colmar, die die Strecke Volgelsheim -Marckolsheim kostenlos leiht.

4. Juli 1982:

Offizielle Gründung des CFTR.

Januar 1983:

Gleise werden in Cernay für das Depot wiedergewonnen. Halle wird von einer externen Firma aufgebaut, Gleise abgelegt.

9 Juli 1983:

Einweihungsfahrt, mit dem ersten Dampfzug. Dampfmaschine ist die Fives-Lille.

17 februar 1984:

Die 030 TB 130 ist einsatzbereit.

1984:

Abkommen mit zwei deutschen Schiffahrtsgesellschaften, um Kombination Zug+Schiff auf dem Rhein gemeinsam zu veranstalten.

April 1984:

Rückgewinnung der Diesellokomotive A1A-A1A 62029 des Bahnwerks Lens.

2. Dezember 1984:

Erste Hauptversammlung des CFTR.

1985:

Enge Zusammenarbeit mit den Schifffahrtsgesellschaften und erste Saison mit der Kombination.

1986:

Gründung eines Ausweichgleises mit Eröffnung in Anwesenheit vom Bürgermeister von Baltzenheim.

12. Juni 1988:

Erste Reise Colmar-Munster-Metzeral für den 120. Geburtstag dieser Strecke. Vielleicht der größte Erfolg des Vereins mit tausende von Teilnehmern im Tal. Zug bestand aus der 030TB130 und den österreichischen Donnerbuchsen.

16. Oktober 1989:

150. Geburtstag der Strecke Mulhouse-Thann, auch mit der 030TB130 und den Donnerbuchsen.

1990:

Inbetriebnahme der zweiten elsässischen Dampflok 030TB134 inm Vorspann mit der 130.
Dreharbeiten des Films: "Un été alsacien."


29. Juni 1991:

Ankunft der 141TB424 und der "Rame Alsace" (Wagen des typs "Banlieue EST", die in Paris für den Nahverkehr in den 50er angewandt wurden).

2. Juli 1991:

Beschluß der Gemeinde Volgelsheim, den Bahnhof den Französischen Staatsbahnen zu kaufen.
Das Ziel ist, den Bahnhof wieder auflebendig zu lassen, nur wenn der Verein ihn benutzen will.


7. und 8. September 1991:

150. Geburtstag der Strecke Straßbourg-St Louis. Die 030TB130 wird auf den Nebenstrecken Sélestat-La Vancelle und Colmar-Turckheim benutzt.

10. Mai 1992:

Zum ersten Mal wird die Tenderlok 141TB424 geheizt.
Diese wird in den folgenden Jahren nie auf der Strecke der IHK Colmar eingesetzt (die übliche) sondern auf Straßburg-Sarreguemines, für Ausflüge nach Mühlhausen (Museum) oder Colmar-Metzeral. Die Lok gehört zwar der SNCF, diese hat aber dem Verein die Lokomotive anvertraut.


4. November 1992:

Ankunft des Postwagens.

Saison 1997:

Letzte Saison der 141TB424, die der SNCF zurückgegeben wird.
Die "rame Alsace" (es waren mehrere Wagons) verließen das Depot am 15. September.
Die letzte Fahrt der 141 fand am 28. September 97 statt.


Saison 1998:

Zwei neue Dieselrangierloks werden angeschafft: ein "LLD" (Spitzname Canari) und ein
"Baudet-Donon-Roussel", BDR. Dieser letzte ist zu verkaufen.


5. Mai 1998:

15. Geburtstag des CFTR, und Taufe der Dampflokomotive 020 Henschel, durch die Ehefrau
vom Volgelsheimer Bürgermeister H.Mann.


Saison 1999:

Die 030TB134 wird wieder betriebsbereit gemacht.

22. Mai 1999:

Der Ulmer Eisenbahn Freunde (UEF) und seine 300 Fahrgäste kommen aus Stuttgart mit einer Pacific Damplokomotive 231. Ziel der Reise ist Bern.

Teilnahme an einem "Licht und Tonschau", der von der Gemeinde Neuf-Brisach veranstaltet wurde. Erstmalige Teilnahme einer Touristenbahn an solchem Show.

21. Mai 2000:

100. Geburtstag der beiden elsässichen Lokomotiven 030TB, mit Teilnahme von zwei brandneuen Schienenbusse des Typs X73500 (die modernsten Frankreichs) in Anwesenheit des Senators von der Region Elsaß, H. Haenel.

Juli 2001:

Der leiter der deutschen Schifffahrtsgesellschaft, mit der der Verein seit dem Anfang zusammenarbeitete, geht in Rente.
Kontakt wird mit der Breisacher Fahrgastschiffahrtgesellschaft BFS aufgenommen.
Der Wechsel ist deswegen vorteilhaft, da das Schiff größere Kapazität aufweist, die Kosten für die Kundschaft gesenkt wird und die Leistung besserer Qualität ist.

Die Organisation der Fahrten wird auch geändert, was gerade positiv ist, da die Anzahl der aktiven Mitglieder abnimmt und das Material auch geschont werden muß.

Diese Änderung macht aber notwendig, daß
vom Depot in das Schiff eingestiegen werden kann.

Ohne Zuschuß vom Staat, Region, Departement und Gemeinde ist es nicht möglich, die notwendige Pontonbrücke zu bauen.


Oktober 2001:

Die Gemeinde Volgelsheim, der Abgeordnete, der Rheinische Haffen, der Senator Haenel und weitere Behörde werden kontaktiert.
Zuschüsse werden gebilligt, da die Brücke auch für die Wiederauflebung des Rhone-Rhein Kanals benutzt wird.


Saison 2002:

Ein Übergangsjahr: die erste Hälfte der Saison, werden die Fahrten wie früher sichergestellt, die andere Hälfte nach dem neuen Konzept.
Die Pontonbrücke wurde Ende Juni eröffnet und dem Publikum zugänglich gemacht. Aufgrund einer allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz, die die Sicherheit in allen Bereichen des Lebens des Einzelnen priorisieren will, fangen die ersten offiziellen Gespräche zwischen dem Verein, den französischen Staatsbahnen (SNCF) und der Behörde STRMTG.

In Aussicht wird der 20. Geburtstag des Vereins genommen, wo man gerne bei der Gelegenheit auch die Pontonbrücken taufen möchte.

Ein großes Fest ist vorgesehen: alle Maschinen sollten geheizt werden und paradieren.

Das Datum vom 18. Mai wird gewählt, mit Taufe am 17. mit allen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.


27. April 2003:

Das Schlimmste was hätte passieren können: der tödliche Unfall! Der Verein verliert ein sehr engagiertes, aktives und nettes Mitglied und zwei andere werden schwer verletzt. Der Betrieb wird sofort ausgesetzt und Ermittlungen werden aufgenommen.
Das Feier wird natürlich verschoben, sowie die Taufe der Pontonbrücke.

Ein sehr harter Schlag für die Familie des verstorbenen Mitglieds, für die aktiven Mitglieder und alljenigen, die durch ihre Anstrengungen an dem Erfolg des Vereins in den letzten 20 Jahren teilgenommen haben.

Trauer und Mutlosigkeit müssen jedoch nicht herrschen und es wird alles unternommen, um die Ausnahmeregelung von den Behörden schnellstens aufheben zu lassen.

Am 16. August 2003 darf der Verein die Ausflüge wieder veranstalten. Glücklicherweise war das Datum mitten in der Saison, so daß der Verein trotzdem Einnahmen haben konnte. Die Arbeiten an den Lokomotiven sind kostenintensiv, und ohne die Einnahmen hätte der Verein keine Überlebenschancen gehabt.


15. Mai 2004:

Mit einem Jahr Verspätung wird die Pontonbrücke endlich getauft. Die ist offiziel für die Touristen zugänglich, selbst wenn sie schon seit ein paar Monaten benutzt wird.
Daran beteiligt sind: der "Conseil Régional d'Alsace" (die Region), der "Conseil Général du Haut-Rhin" (das Departement), die "Voies Navigables de France" die Behörde, die für den Flußverkehr zuständig ist), der "SIVOM" Hardt-Nord und die Gemeinde Volgelsheim (ohne sie, wäre die Wiederaufnahme der Betriebsfahrten nicht möglich gewesen).


8. August 2004:

Das erste französiche Fernsehen "TF1" kommt, uns zu besuchen und dreht mehrere Stunden in unserer Begleitung für seine Tagesschau.

Juni 2005:

Wieder ein harter Schlag für den Verein: der Bürgermeister von Volgelsheim, der sehr engagiert in seiner Gemeinde war, ist plötzlich von einem Herzschlag gestorben. H.Mann hatte den Verein immer unterstützt, vor allem in den schweren Zeiten, wo wir es am schwersten hatten.

Der Vereine Heute:

Heutzutage besteht er aus 70 Mitgliedern. Aktiv sind jedoch lediglich 15 davon, die jedes Wochenend von Pfingsten bis Ende September kommen, um die Züge in aller Sicherheit zu betreiben.
Unser Verein besteht nicht nur aus französischen Mitgliedern sondern auch aus deutschen, die entweder ihre eigenen Lokomotiven hergebracht haben oder Ihre Hilfe zur Verfügung stellen.
Manche haben auch stark geholfen, wenn es darum ging, Kontakt mit den deutschen Behörden aufzunehmen, um den Transport vom Material möglich zu machen.

Wir haben auch ein schweizerisches Mitglied, ohne das wir die schweizerischen Wagons, die zu unserer Sammlung gehören, nie hätten haben können.

Unser bester Dank geht nochmal an der Gemeinde Volgelsheim, die viele finanziellen Mittel für die Restaurierung des Bahnhofs geopfert hat, und damit zu der Glaubwürdigkeit und Authentizität des Vorhabens sehr beigetragen hat.

Bevor der Verein über den Bahnhof verfügte, mußten die Fahrgäste im Depot in den Zug einsteigen, was eigentlich weder komfortabel noch echt war!


Die zwei 030TB in dem Zustand, in dem sie gefunden wurden als sie zurückgewonnen wurden. Es sind hunderte von Arbeitsstunden, die in der Restaurierung investiert wurden! (Cernay, 1983)

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